Der schwarze Nazi – Das Feindbild des Fremden

Trierer Jusos/ Juni 21, 2017/ Pressemitteilung

„Nennen Sie ein deutsches Gedicht!“, schreit Sikumoya Mumandi einen Mann aus einer Passantengruppe in Leipzig an. Der Passant versucht schließlich, verdutzt und verängstigt, die Ballade „Erlkönig“ zu rezitieren. Doch schon bei der ersten Strophe scheitert er. „Undeutsch!“ brüllt Sikumoya, kongolesischer Flüchtling und Goethe-Liebhaber ihn an. Anschließend versucht Sikumoya eine Frau aus der Passantengruppe, ganz getreu dem Motto „Sachsen den Sachsen“ dahin abzuschieben wo sie Herstammt: nach München.

Diese Szene stammt aus der Kino-Komödie oder eher Grotesken, „Der schwarze Nazi“. Der Film erzählt die Geschichte des Kongolesen Sikumoya, der im Laufe seiner Einbürgerungsbemühungen, die ihm an jeder Stelle, sei es nun durch die Bürokratie, den Arbeitsplatz oder gar die Gesellschaft an sich, erschwert wird, zum „perfekten Deutschen“ werden lässt: Er überholt die Neonazis einfach rechts und beginnt, ihnen ihre eigene absurde Ideologie streitig zu machen.

Passend zum Weltflüchtlingstag lief dieser Film im Trierer Kino Broadway. Veranstalter waren die Trierer Jusos sowie der Ortsverein Mitte-Gartenfeld der SPD. Im Anschluss an den Kinofilm moderierten Jens Mühlenfeld (Sprecher der Trierer Jusos) und Alexander Kellersch (Vorsitzender des Ortsvereines Mitte-Gartenfeld) eine Podiumsdiskussion. Die drei Diskutanten Sven Teuber (SPD), Mitglied des Landtags, Cornelius Günter, Diplom-Sozialpädagoge und Streetworker des Exhauses und Dr. Jörg Ukrow, stellv. Direktor der Landesmedienanstalt Saarland stellten sich dem Thema Rassismus und dem Umgang mit populistischen Ideologien und, in dem gut gefüllten Kinosaal, den Fragen des Publikums sowie den Moderatoren. Die kritischen Fragen und die teils selbstkritischen Antworten waren diesem so wichtigen und kontroversen Thema mehr als würdig.

Bevor die Moderatoren Publikum und Teilnehmer des Podiums verabschiedeten, bekamen die Diskutanten als Dank den Trierer Stadtkaffee überreicht. Danach endete eine mehr als gelungene Veranstaltung zu einem Film, dessen Thema einem zum Nachdenken bringt.